Eutin Spielen 2020 – „The Report“ Autor: Detlef


Alle Guten Dinge sind drei, heißt es, dabei waren eins und zwei schon toll. Zum dritten Mal hat die Spielkultur Hamburg das große Spielen in Eutin organisiert.

Vom 31.01. bis 02.02. wurde die Alte Straßenmeisterei von Spielern aus Hamburg und Umgebung belegt. Die meisten Gäste kamen um und bei sechs Uhr abends an, bezogen ihre Zimmer und stärkten sich bei einem ersten leckeren Abendessen, um für die kommenden zwei Tage gewappnet zu sein. Anschließend ging es dann rüber in den „Würfelturm“, den wir das ganze Wochenende für uns hatten. Oben gab es den großen, hellen Seminarraum, der Platz für viele Runden bot. Sogar eine große Schultafel hätte für so manches Partyspiel zum Bemalen bereitgestanden.

Das eigentliche Highlight war aber wie die Jahre zuvor der Gesellschaftsraum unten, in dem in gemütlich rustikaler Atmosphäre gespielt werden konnte. Und gespielt wurde! Die frühen Vögel hatten ihre ersten Runden schon hinter sich und natürlich auch unsere Helfer, die bereits Stunden vorher eingetroffen waren, um einen großen Teil des Vereinsfundus nach Eutin zu bringen und alles aufzubauen. Dazu gehörten auch die vielen Vorräte, die uns mit dem immer gut gefüllten Nasch- und Obst- und Gemüsebuffet versorgten.

Die späteren Gäste füllten langsam die letzten Tische, bis wir gegen zwanzig Uhr vollzählig waren. Eine Bitte gab es für unsere Gäste dieses Mal: Auf den Spieletischen lagen Karteikarten bereit, auf denen alle gespielten Spiele eingetragen werden sollten. Schauen wir nachher, was da alles zusammengekommen ist!

Zunächst einmal gab es aber die üblichen Verdächtigen: Mindestens zwei Partien Terraforming Mars, dabei eine, die gleich Vorder- und Rückseite des roten Planeten formte (und die Venus und die Kolonien und alles andere…), Agenten auf der Suche nach den richtigen Codenames und das neue Azul (aka Azul III oder Azul Der Sommerpavillon). Auch eine mutige Partie Underwatercity startete und endete noch in derselben Nacht. Feucht wurde es auch in der Unterwelt von Klonk!, in der es dank der Erweiterung Versunkene Schätze häufiger auch mal Platsch! Machte.

Ich sollte an diesem Wochenende nicht zu den Eulen gehören und verließ die Spielewütigen noch vor Mitternacht in Richtung meines gemütlichen Bettes um von dunklen dräuenden Dungeons und plitschernden Pfützen zu träumen.

Am nächsten Morgen trudelten wir nach und nach zum Frühstück ein, ein üppiges Mahl aus Brot und Buttersorten, Aufstrichen, Wurst und Käse, Rührei und deftigem Speck, Eiern, Müsli und mehr. Von dem Speisesaal hatte man den Weg zum Würfelturm gut im Blick und so sind uns die ersten Tagesgäste gleich ins Auge gefallen.

Zurück beim Spielen ging es wieder weiter: Der doppelte Mars fand noch am Vormittag seinen grünen Abschluss, an anderer Stelle wurde beim GaiaProject gleich im großen Stil weiter geterraformt, mit It’s a beautyful world gab es einen rosigen Ausblick auf die Zukunft der Erde, andere Zukunftsvisionen sahen die Megacity Oceania, der Blackout Hongkong oder die großen Schlachten im Weltall bei Star Trek: Ascendency. Dazwischen immer wieder den leckeren Obstsalat (jedes Mal gerne wieder!), Schoki und Cookies. Ich kann anfangen an Heinzelmännchen und Heinzelmädchen zu glauben, so schnell füllten sich die Teller wieder auf. Das Mittagessen hätten wir dann aber fast verpasst, denn wir haben ja gespielt und gespielt und gespielt. Aber nur fast, und so sind uns das deftige Bauernfrühstück und die leckere Tomatensuppe nicht entgangen.

Wieder zurück wurde weitergespielt: Magic, the Gathering und Just One, Die vergessenen Völker von Caverna und Zwischen zwei Schlössern. Nach dem Imbiss am Mittag (ja, das war als Imbiss deklariert), gab es abends dann noch das „kalt-warme Büffet“: Die Karte spricht für sich, wer da von allem kosten wollte, durfte anschließend keine zu fordernden Spiele mehr spielen (Fresskoma!). Die letzten Tagesgäste am Samstag verließen uns erst deutlich nach zehn Uhr. Das spricht wohl für einen gelungenen Abend!

Auch am Sonntag gab es noch einige wenige Tagesgäste, wobei wir etwa bis zum Einbruch der Dunkelheit spielen konnten. Die erste Übernachtungsgäste wollten aber noch den Sonntag etwas für sich allein nutzen und so wurde es bereits zum Mittag leerer.

Auf den Tischen fanden wir einige lange Spiele wie Ein Fest für Odin, aber insgesamt dominierten die kürzeren Spiele: Wieder Zwischen zwei Schlössern, Beasty Bar, Draftosaurus, und das an diesem Wochenende am häufigsten gespielte Azul III (das mir persönlich zwar auch gefallen hatte – ich habe es auch zwei Mal gespielt – aber tatsächlich finde ich das Original doch spielerisch deutlich robuster, auch wenn man da nicht so schöne Sterne puzzelt!). Brot und Spiele! waren ja im alten Rom schon groß angesagt und auch an
diesem Wochenende ging das eine fast nahtlos in das andere über (Nähte wären auch nur geplatzt): dem Mittagsimbiss mit Gulasch und Salzkartoffeln und Ofenkartoffeln gab es diesmal gleich im Seminarraum oben.

Alle Guten Dinge müssen ein Ende haben, damit man sich auf ihre Wiederholung freuen kann. Langsam wurde es dunkel und mehr und mehr Gäste machten sich auf den Heimweg, bis die Helfer schließlich wieder tätig wurden: Spiele wurden zusammengeräumt, in die richtigen Kisten verstaut, für die nächste Veranstaltung vorbereitet. In der Küche wurde das Geschirr zusammengeräumt, die Reste möglichst verteilt und klar Schiff gemacht. Dann schloss sich auch mein Kameradeckel für dieses Wochenende und es ging zurück nach Hause.

Ich freue mich schon auf das nächste Jahr, und bevor wir ein bisschen Statistik machen wollen wir das wichtigste nicht vergessen:

Ein riesiges Dankeschön für alle, ohne die das Wochenende nicht möglich wäre. Da sind zum einen natürlich die Spielerinnen und Spieler, da ist die Alte Straßenmeisterei
(www.altestrassenmeisterei.de), und die vielen Helfer: Ela, unsere Verpflegungsfee, die scheinbar immer ihre Augen auf der Theke hat und Na(s)chschub zaubert, Sirkka, die uns unerschütterlich zum Mithelfen motiviert und die stillen Helfer im Hintergrund, die packen, sortieren, organisieren, kontaktieren, fahren und all das andere Öl in der gut geschmierten Maschinerie bilden: Kai-Ole, Familie Krone, Rita, Ulf, Andreas Kinnunen…

Und was wurde nun gespielt? Ohne Gewährleistung auf Vollständigkeit schienen insgesamt Städtebauspiele das Rennen an diesem Wochenende gemacht zu haben:

 Azul I
 Azul III
 Beasty Bar (mit und ohne Erweiterungen)
 Blackout Hongkong
 Can’t Stop
 Caverna mit Vergessene Völker
 Codenames
 Das Streben nach Glück
 Deep Blue
 Die Quacksalber von Quedlinburg
 Dobble
 Draftosaurus
 Eindeutig zweideutig
 Faultier
 Flügelschlag
 Ganz schön clever
 Gaia Project
 German Railroads
 Hadara

 Iquazu
 Ishtar
 Just One
 The isle of cats
 Kingdomino
 Klong! (mit und ohne Platsch)
 Lisboa
 Mage Knight
 Magic: The Gathering
 Master of Orion
 Mega City
 Micropolis
 Neom
 Newdale
 On the Underground
 Paperback
 Pictures
 Pulsar 2849
 Qango (mit und ohne „u“)
 Splendor
 Star Trek: Ascendancy
 T.I.M.E Stories
 Terraforming Mars (mit diversen Erweiterungen und mehreren Brettern)
 Tiny Towns
 Underwater City
 Welcome to your perfect home
 Willkommen im Dungeon
 Yu-Gi-Oh
 Zwischen Zwei Schlössern

Bis zum nächsten Jahr mit vielen neuen und alten Bekannten!

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